Start › Geschichte › Eiserfelder Brücke

Eiserfelder Brücke

Der Beton-Gigant über Eiserfeld

Die originale Siegtalbrücke der A45 (1964–1969)
Die Siegtalbrücke – im Volksmund oft einfach „Eiserfelder Brücke“ genannt – prägt seit über einem halben Jahrhundert das Landschaftsbild des Siegerlandes. Als Meilenstein des deutschen Nachkriegs-Ingenieursbaus verband sie die Region mit den großen Wirtschaftszentren und veränderte das Leben im Tal radikal

Eine technische Pioniertat der Moderne

Entworfen von dem renommierten Brückenbau-Ingenieur Hans Wittfoht und errichtet durch die Firma Polensky & Zoellner, setzte das Bauwerk in den 1960er-Jahren weltweit neue Maßstäbe im Brückenbau.

Der Freivorbau: Sie war die erste Großbrücke in Deutschland, die komplett im freien Vorbau ohne monumentale, bodengestützte Lehrgerüste über das Tal geschoben wurde. [1, 2]

Damaliger Rekord: Mit einer Höhe von fast 106 Metern war sie zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung die höchste Straßenbrücke Deutschlands und ist bis heute die zweithöchste in Nordrhein-Westfalen.

Gewaltige Dimensionen: Das Bauwerk erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 1.050 Metern und ruht auf elf monumentalen, hohlen Stahlbeton-Pfeilern. [1, 2]

Konstruktion: Die Fahrbahnen liegen auf zwei getrennten, 5,80 Meter hohen Spannbeton-Hohlkästen, die sich in einer eleganten Kurve mit 1.400 Metern Radius über das Tal schmiegen.

Das Leben mit und unter dem Riesen

Der Bau der Brücke ab 1964 war für die Eiserfelder Bevölkerung ein tiefgreifender Einschnitt.

Verändertes Ortsbild: Für die gigantischen Fundamente der Pfeiler mussten tiefe Baugruben ausgehoben werden; einige historische Wohnhäuser im Tal mussten dem Bauprojekt weichen.

Das Jahrhundert-Volksfest: Nach der Fertigstellung im Jahr 1969 – noch vor der offiziellen Freigabe für den Autoverkehr – feierten die Bürger ein großes Volksfest auf der Brücke und flanierten zu Tausenden zu Fuß über die neue Autobahn.

Wirtschaftsmotor: Die Eröffnung der Sauerlandlinie (A45) beendete die verkehrstechnische Isolation des Siegerlandes und sicherte der heimischen Metall- und Bergbauindustrie den schnellen Zugang zu den Märkten im Ruhrgebiet und Süddeutschland.

Technische Daten auf einen Blick (Bestandbauwerk)

MerkmalDimension
Bauzeit1964 – 1969
Gesamtlänge1.050 Meter
Maximale Höhe106 Meter über Grund
Anzahl der Pfeiler11 Stück aus Stahlbeton
Fahrbahnbreite30,50 Meter
Längste Stützweite105 Meter zwischen zwei Pfeilern

Der Brückenbau in Bildern - Fotoserie von 1964-1969

Aufnahmen aus der Bauzeit und danach — clicken Sie auf ein Bild für die Großansicht

1964 1969 brueckenbau eiserfelder strasse
1964 1969 brueckenbau eiserfelder strasse
1964 1969 brueckenbau collage
1964 1969 brueckenbau collage
1964 1969 brueckenbau eiserfelder strasse1
1964 1969 brueckenbau eiserfelder strasse1
1964 1969 brueckenbau
1964 1969 brueckenbau
1964 1969 brueckenbau1
1964 1969 brueckenbau1
1964 1969 brueckenbau2
1964 1969 brueckenbau2
1968 10 22 eroeffnung bruecke
1968 10 22 eroeffnung bruecke
1970 eiserfelder strasse mit bruecke
1970 eiserfelder strasse mit bruecke

← Zurück zur Geschichte-Übersicht